Sozialdemokratische Partei Deutschlands Dr. Steffen Eichner
 

Kandidatenvorstellung in der MZ (vom 23.Febr.2011)

Angebot statt Brechstange

STEFFEN EICHNER Nach 20 Jahren in der Kommunalpolitik reizt den Sozialdemokraten eine neue Aufgabe. Der 50-jährige will die lokale Kompetenz stärken.

VON DIRK SKRZYPCZAK

MERSEBURG/QUERFURT/MZ - "Ich bin nicht nervös", sagt Steffen Eichner, und ein Lächeln huscht über die Gesichtszüge des 50-Jährigen. Der Sozialdemokrat ist ein alter Hase der Kommunalpolitik, seit zwei Jahrzehnten im politischen Geschehen der Region fest verankert. Da kann man sich eine gewisse Gelassenheit wohl auch erlauben, zumal der promovierte Chemiker um die Unberechenbarkeit von Wahlen weiß. "Ein Mandat lässt sich nicht mit der Brechstange erzwingen. Ich will den Menschen aber ein Angebot machen. Wenn ich mich nämlich für eine Sache einsetze, dann richtig."

Platte Sprüche mit allgemeinen Kalauern als Wahlversprechen will Eichner nicht abgeben. "Wirtschaftsförderung, Bildung, Umweltbelange - quasi der Dienst am Bürger - müssen für Politiker selbstverständlich sein", erzählt der zweifache Familienvater. So fordert er vielmehr, die unübersichtliche Liste der Förderprogramme von EU, Bund und Land zu straffen und den regionalen Entscheidungsträgern mehr Kompetenzen einzuräumen. Eichner plädiert zudem für einen allgemeinen Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz, und zwar unabhängig vom Arbeitsverhältnis der Eltern. "Die ersten Jahre sind für die Entwicklung eines Kindes enorm wichtig. Hier muss der bestmögliche Standard das Ziel sein."

Der geborene Sachse sieht seine Erfahrung als Trumpf. Eichner war 18 Jahre Beigeordneter im Landkreis, dazu Dezernatsleiter für Umwelt, Bau und Planung. Wichtige Projekte wie die Umgestaltung des Braunkohlereviers im Geiseltal zum Naherholungsgebiet hat er begleitet. "Deshalb ärgern mich auch die Verzögerungen rund um den See nach dem Unglück von Nachterstedt. Sollten noch Gutachten nötig sein, müssen sie schnell angefertigt werden." Eine Hängepartie könne sich das Geiseltal nicht leisten, "weil wir dann von anderen Regionen abgehängt werden". Noch würden Investoren warten.

Politisch hat er Höhen und Tiefen erlebt. Zweimal ist Eichner bei Wahlen knapp gescheitert: 2007 bei der Suche nach einem Landrat und ein Jahr später bei der Oberbürgermeisterwahl in Merseburg. Dass beim Nominierungsparteitag der SPD für die Landtagswahl kein attraktiver Listenplatz heraussprang, wirft den Schatzmeister der Landes-SPD nach eigenen Worten ebenfalls nicht aus der Bahn. "Im Leben zählt Wichtigeres." Vor Jahren überstand seine Tochter einen schweren Verkehrsunfall nahezu unverletzt. "So ein Erlebnis öffnet einem die Augen." Und doch hat Eichner der Ehrgeiz gepackt. "Auf kommunaler Ebene habe ich fast alles gemacht. Jetzt reizt die Aufgabe, im Land für unsere Region zu arbeiten." Und wenn es nicht klappt? Dann bleibe er Geschäftsführer einer Umweltberatungsfirma. "Meine Existenz hängt nicht vom Wahlausgang ab."

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